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“LIST International Award in Bioinnovation” verliehen an Forschung über Krebsbekämpfungspotential von Avocados

Luxemburg – Am 23. November hat das Luxembourg Institute of Science and Technology, Prof. Paul Spagnuolo und sein Forschungsteam mit dem LIST International Award in Bioinnovation ausgezeichnet. PM-International hat die Auszeichnung mit 10.000 € dotiert. Paul Spagnuolo, außerordentlicher Professor am Institut für Ernährungswissenschaften der “University of Guelph” in Kanada, hat sich nach Luxemburg begeben, um seine Auszeichnung höchstpersönlich entgegenzunehmen. Wir haben die Gelegenheit genutzt ihn zu interviewen und mehr über seine Forschung herauszufinden.

Professor Spagnuolo, wie sind Sie bei der Suche nach Krebsbehandlungsmitteln auf die Avocado gestoßen?

Wir haben lediglich ein Hochdurchsatz-Screening durchgeführt, um eine simple Frage zu beantworten – welche Verbindungen aus einer Datenbank natürlicher Produkte zeigen die besten Ergebnisse bei der Krebszellenbekämpfung. Mit dieser Herangehensweise haben wir die Avocado-Verbindung ermittelt. Ich glaube fest daran, dass diese Art der systemischen und unvoreingenommenen Herangehensweise unsere Forschung leistungsfähiger macht. Wir hatten nicht vor die beste Avocado-Verbindung zu ermitteln. Wir wollten lediglich die Verbindung mit der besten Chance auf klinische Bedeutung finden. Dass die Avocado-Verbindung die beste Aussicht darauf hatte, war einfach nur Zufall.

Wie lässt sich Ihre Forschung in der Krebsbekämpfung anwenden?
Wir hoffen, dass unser Avocado-Zusatz eines Tages gemeinsam mit konventionellen Behandlungsmethoden kombiniert wird, um so die Heilungschancen aller Patienten zu verbessern.

 

Dr. Paul Spagnuolo, Universität Guelph, Kanada

In welchen anderen nützlichen Bereichen kann Ihre Forschung angewandt werden?

Wir verbringen sehr, sehr viel Zeit damit zu verstehen wie die Zellmechanismen auf molekularer Ebene funktionieren und wie unsere Verbindung ihre Aktivität beeinflusst. Indem wir diese spezifischen Pfade definieren, sind wir in der Lage unsere Verbindungen auch auf andere Krankheitsbilder anzuwenden, die ähnliche Pfade für sich nutzen. Es ist als ob man entdecken würde, dass ein Antibiotikum nicht nur einen bestimmten Bakterienstamm abtöten kann, sondern eine ganze pathogene Bakterienspezies. Ich würde liebend gerne noch ausführlicher darauf eingehen, aber wir testen dieses Produkt noch als Therapie für andere Krankheiten. Die Ergebnisse sind sehr vielversprechend, aber sie sind auch erst vorläufig.

 

Wie geht es für Sie und Ihr Team weiter?

Wir haben die letzten paar Jahre daran gearbeitet unsere Formel in ein Produkt umzuwandeln, das unsere Avocado-Verbindung optimal nutzt. Das Produkt wurde nun von der kanadischen Regierung für Tests an Menschen freigegeben und wir suchen gerade nach gesunden Studienteilnehmern, um die 1. Testphase einzuleiten. Wir hoffen natürlich auch dieses Produkt an Leukämie-Patienten zu testen. Das ist ein entscheidender Schritt für unser Team und wir freuen uns sehr darüber, endlich ein Produkt in die Hände derer zu geben, die tatsächlich von diesem Produkt profitieren können.

 

Ihre Forschung hat sehr viel Aufmerksamkeit in den Medien erhalten. Wie hat das Ihre Arbeit beeinflusst?

Zwei bis drei Mal die Woche erhalte ich Post von Patienten oder deren Familienmitgliedern, mit zig Fragen über meine Forschung. Ich versuche natürlich sie alle zu beantworten, leider schaffe ich es nicht jedes Mal. Das tut mir sehr leid. Die Briefe und Nachrichten motivieren mich jedoch, die Forschung und unsere Ambitionen voranzutreiben und Patienten echte Perspektiven zu bieten.

 

Wie viele Avocados essen Sie und Ihre Familie jeden Tag?

Ich wünschte meine Kinder würden mehr Avocados essen! Leider waren meine Versuche bis jetzt vergeblich. Meine Frau und ich essen jedoch bestimmt 2 oder 3 Avocados pro Woche und ich würde definitiv behaupten, dass meine Forschung diese Zahl noch gesteigert hat.

 

Haben Sie die ständigen Avocado-Scherze nicht schon satt?

Eigentlich gar nicht! Tatsächlich sind Sprüche und Scherze eine nette Abwechslung zu den arbeitsreichen, vollbepackten Tagen im Labor. Was ich allerdings satt habe, sind Fotos von mir mit einer Avocado in der Hand!

 

Mehr über Prof. Spagnuolo und seine Forschungsarbeit in der lokalen Presse